Enddarmuntersuchung (Proktoskopie)

Bei einer Enddarmuntersuchung (Enddarmspiegelung, Proktoskopie) wird das letzte Stück des Darms untersucht. Sie ist nicht zu verwechseln mit einer Darmspiegelung (Koloskopie), die erheblich aufwendiger ist und nicht vom Hautarzt durchgeführt wird.

Eine Enddarmuntersuchung ermöglicht dem Arzt, die letzten etwa 10-15 des Darms zu betrachten und ggf. Eingriffe vorzunehmen. Die reine Untersuchung dauert etwa 5-10 Minuten. In unserer Praxis wird sie meist im Zusammenhang mit Hämorrhoiden durchgeführt.

Wann ist eine Enddarmuntersuchung notwendig?

In der hautärztlichen Praxis sind es vor allem Schmerzen, Brennen oder Juckreiz im Analbereich – ohne erkennbare äußere Ursache –, bei denen eine Enddarmuntersuchung durchgeführt wird. Bei derartigen Beschwerden sollten Sie einen Termin beim Arzt vereinbaren.

Das ist verständlicherweise mit bestimmten Hemmungen verbunden. Doch Sie können darauf vertrauen, dass unser Praxispersonal erfahren ist im Umgang mit solch sensiblen Themen. Zögern Sie einen Termin also nicht hinaus, das verschlimmert die Symptome nur.

Vorbereitung der Untersuchung

Der Patient selbst muss am Vortag keine Maßnahmen durchführen. Es sollten keine Cremes oder Salben aufgetragen werden. Vor der Untersuchung sollte er auf der Toilette den Darm entleeren. Wenn das nicht auf natürlichem Weg gelingt, bekommt er ein Zäpfchen oder (sehr selten) einen leichten Einlauf.

Enddarmuntersuchung

Bei der Enddarmuntersuchung liegt der Patient auf der linken Seite. Der Analbereich wird zunächst leicht mit den Fingern auseinander gezogen und abgetastet. Dann wird das Proktoskop vorsichtig eingeführt. Das Proktoskop ist ein starres Rohr, etwa 1,5-2 cm dick, und beim Einführen vorne verschlossen. Beim Herausziehen wird es geöffnet und so kann die Darmwand begutachtet werden.

Behandlung

Im Zuge der Untersuchung können auch Gewebeproben entnommen oder kleinere Behandlungen ausgeführt werden, z.B. bei Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden

"Hämorrhoiden" bezeichnet eigentlich das Gefäßpolster rings um den Enddarm, das hilft, den Darm exakt zu verschließen. Wenn allerdings von "Hämorrhoiden" gesprochen wird, sind meist krankhafte Veränderungen gemeint. Das normalerweise im Enddarm liegende Gewebe vergrößert sich und gelangt weiter nach außen - bis hin zum "Vorfall".

Hämorrhoiden können mit vielen Erkrankungen verwechselt werden, deshalb ist bei Beschwerden wie jucken im Analbereich oder Schleim/Blut im Stuhl der Arzt aufzusuchen. Kleine Hämorrhoidalleiden können im Zug einer Enddarmuntersuchung direkt behandelt werden. In ausgeprägten Fällen ist eine Operation mit Krankenhausaufenthalt notwendig. Deshalb sollte man bei Beschwerden frühzeitig zum Arzt gehen.

Scham vor der Untersuchung?

Verständlicherweise ist die Untersuchung den meisten Patienten unangenehm. Zur Beruhigung ist zu sagen, dass sie in den allermeisten Fällen schmerzfrei ist. Sollten in seltenen Einzelfällen doch Schmerzen auftreten, ist eine Beruhigung oder Kurznarkose möglich. Danach darf allerdings nicht mehr mit dem Auto gefahren werden.

Risiken

Die Untersuchung ist sehr risikoarm. Allergien oder eine verringerte Blutgerinnung (meist infolge von Medikamenten) können das Risiko jedoch erhöhen. Diese Aspekte fragen wir jedoch im Vorgespräch ab und wählen dann gegebenenfalls Untersuchungsalternativen.

Weitere Informationen

Details können Sie bei Wikipedia nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Proktoskopie

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