Pilzerkrankungen: Sofort behandeln!

Mediziner bezeichnen jede Erkrankung als „Mykose“, an der Pilze beteiligt sind.

Sehr verbreitet sind Fußpilze und Nagelpilze. Sie zählen zu den „oberflächlichen“ Mykosen, auch als Körperpilz, Hautpilz, Dermatophytose oder Tinea bezeichnet. Verantwortlich dafür sind Dermatophyten (Fadenpilze). Sie sind sehr ansteckend, weil jede befallene Hautschuppe die Infektion auslösen kann und weil die Sporen („Samen“) auch nach Abklingen der Symptome noch lange keimfähig bleiben und erneuten Pilzwuchs auslösen können.

Als „systemische“ Mykose …

… bezeichnet man Pilzerkrankungen an inneren Organen. Sie sind gefährlich, aber selten, und betreffen fast nur Menschen mit geschwächtem Immunsystem und/oder schweren Erkrankungen.

Weil Pilzerkrankungen so unterschiedlich und oft auch recht hartnäckig sind, sollte man bei Jucken, Hautschuppen oder Verfärbungen auf jeden Fall den Hautarzt aufsuchen. Gefährlich kann es werden, wenn sich anfänglich harmlose Pilzerkrankungen innerlich ausbreiten oder wenn die gestörte Hautbarriere zum Einfallstor für schwerwiegendere Erkrankungen wird. Prinzipiell kann nahezu jede Haut- und Körperregion von Pilzerkrankungen betroffen sein. Nachfolgend eine kurze Beschreibung der häufigsten Erscheinungsformen.

Fußpilz ...

... ist ein Pilzbefall der Fußhaut – meist zwischen den Zehen, am häufigsten zwischen den äußeren beiden kleinen Zehen, seltener auch an der Fußsohle. Feuchtigkeit und Enge fördern den Pilz. Wichtig sind also gutes Abtrocknen sowie bequeme, atmungsaktive Schuhe.

Bei Fußpilz kann die Haut jucken, nässen, sich schuppen, Blasen oder Risse bilden. Wenn sich die Stellen entzünden, kann das gefährlich werden. Deshalb sollte man schon bei den ersten Anzeichen den Arzt aufsuchen. Dann lässt sich Fußpilz meist auch schnell heilen.

Nagelpilz ...

... ist wie Fußpilz recht verbreitet, sie treten nicht selten gemeinsam auf. Auch die Ansteckung und Wachstumsbedingungen sind ähnlich, deshalb ist Nagelpilz an den Füßen viel häufiger als an den Händen.

Nagelpilz zeigt sich fortschreitend mit folgenden Symptomen:

  • Nagel wird matt
  • Verfärbt sich weiß, gelb oder bräunlich (vom Rand her oder als Flecken im Nagel)
  • Nagel wird dicker (höher)
  • Nagel wird faserig, bröselig und/oder brüchig
  • Nagel fällt ab (selten)

Die Behandlung ist viel langwieriger als bei Fußpilz und muss auch noch wochenlang weitergeführt werden, wenn bereits nichts mehr zu sehen ist. Das erfordert große Disziplin und Durchhaltevermögen.

Da befallene Hautschuppen ansteckend und Sporen lange lebensfähig sind, ist es wichtig, z.B. auch Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher, Teppiche etc. zu desinfizieren. Dafür gibt es spezielle Waschmittel und Sprays.

Behandlung von Hautpilzen

Grundsätzlich gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Äußerlich Cremes, Salben und bei Nagelpilz Lacke mit Antimykotika (= Medikamente gegen Pilze)
  • Innerliche Einnahme von Antimykotika
  • Bei Nagelpilz auch Laser

Candidose, Scheidenpilz

Neben den Fadenpilzen sind Hefepilze für vielgestaltige Pilzerkrankung verantwortlich. Fast jede Frau ist irgendwann vom Scheidenpilz betroffen, der durch Candida albicans ausgelöst wird. Die Behandlung durch den Hautarzt oder Frauenarzt erfolgt meist durch Zäpfchen.

Bei immungeschwächten Patienten recht häufig ist Soor, ein weißlicher Mundbelag, der durch gezielte Behandlung und Mundpflege eingedämmt werden muss.

Auch hier gilt: Je früher behandelt wird, desto besser und schneller die Ergebnisse.

Links zu umfangreichen Informationen

Apotheken-Umschau Pilzerkrankungen: www.apotheken-umschau.de/infektionen/pilzerkrankungen
Netdoktor Fußpilz: www.netdoktor.de/krankheiten/fusspilz/
Netdoktor Nagelpilz: www.netdoktor.de/krankheiten/nagelpilz/
Onmeda Fußpilz: www.onmeda.de/krankheiten/fusspilz.html
Onmeda Nagelpilz: www.onmeda.de/krankheiten/nagelpilz.html
Wikipedia Überblick über Pilzerkrankungen: http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Mykose_des_Menschen

 

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