Warzen (Verrucae): Meist harmlos, dennoch ernst nehmen

Warzen sind relativ häufig und befallen meist Hände und Füße, können aber am ganzen Körper auftreten. Kinder und Jugendliche sind erheblich öfter betroffen als Erwachsene.

Das liegt daran, dass die Immunabwehr von Kindern noch nicht voll ausgebildet ist. Entsprechend sind auch Erwachsene mit geschwächter Immunabwehr besonders gefährdet.

Verursacher ...

... der meisten Warzen sind Viren (humane Papillomaviren, HPV). Es gibt rund 100 humane Papillomaviren. Die Arten, die Warzen verursachen, sind meist harmlos (low risk). Mehr zu den risikoreichen Verwandten lesen Sie unter Geschlechtskrankheiten STI.

Übertragen ...

... werden Warzen durch sogenannte Schmierinfektion, also durch das Berühren von virenbefallenem Warzengewebe oder von Stellen, wo Viren leben, z.B. auf feuchten Böden oder im Schwimmbad. Warzen können sich von der betroffenen Stelle aus weiter ausbreiten und sogenannte "Mosaikwarzen" oder "Tochterwarzen" bilden.

Der Ansteckungsweg ist oft schwer nachzuvollziehen, da es Wochen bis Monate dauern kann, bis der Virus eine Warze verursacht. Winzige Hautverletzungen ermöglichen das Eindringen des Virus. Wenn die Immunabwehr der Körpers dann nicht reagiert, lässt der Virus das Gewebe wuchern. Nach oben stößt die Haut dann vermehrt Hornschuppen ab – die typische zerklüftete und erhobene Oberseite der Warze entsteht.

Nachfolgend eine kurze Beschreibung der häufigsten Warzen.

Gewöhnliche Warzen, Vulgäre Warzen, Stachelwarzen

Weit über die Hälfte der Warzen gehören zu diesen Verrucae vulgares. Sie treten vor allem bei Kindern auf, typischerweise an den Händen und Fußsohlen und bilden leicht Tochterwarzen. Überträger sind die HPV-Typen 1, 2, 4 und 7.

Feigwarzen ...

... entstehen im Genital- und Analbereich als weiche Knötchen. Erreger sind die HPV-Typen 6 und 11. Da sie beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können, zählen sie zu den Geschlechtskrankheiten. Gegen die HP-Viren der Feigwarzen gibt es einen Impfstoff.

Mehr zu Geschlechtskrankheiten.

Flachwarzen, Planwarzen

Die flachen, kleinen Wucherungen sind meist weich und können von hautfarben bis braun gefärbt sein. Am häufigsten treten sie im Gesicht auf, zudem am Handrücken, an den Handgelenken und der Außenseite der Unterarme, selten am restlichen Körper. Verantwortlich sind die HPV-Typen 3 und 10.

Juvenile Flachwarzen sind eine Sonderform, die vor allem vor, in und nach der Pubertät auftritt.

Fußsohlenwarzen, Sohlenwaren, Dornwarzen, Plantarwarzen

Die Fußsohle kann auch von den gewöhnlichen Warzen befallen sein, eine Unterscheidung kann nur der Hautarzt treffen. Sie entwickeln sich meist sehr langsam, dennoch sollte man bei einem Verdacht sofort zum Arzt gehen, da die Behandlung dann noch aussichtsreich und relativ harmlos ist.

Bei Fußsohlenwarzen gibt es zwei Typen:

  • Die oberflächlichen Mosaikwarzen verursachen meist keine Beschwerden, selbst wenn sie sich ausbreiten.
  • Die Dornwarzen wachsen in die Tiefe, vergrößern sich dort und irgendwann schmerzen sie beim Auftreten. Sie sind dann schwer zu behandeln und es kann auch danach lange dauern, bis Stelle schmerzfrei ist. Zudem sind selbst bei tiefgehenden Operationen Rückfälle häufig.

Pinselwarzen ...

... wachsen wie winzige, weiß bis dunkelrosa Büschelchen im Gesicht: an den Augenlidern, um die Lippen, an Kinn oder Hals.

Sonstige "Warzen"

Es gibt zwei weitere als "Warzen" bezeichnete Hautveränderungen, die aber nicht von HP-Viren ausgelöst werden:

Alterswarzen, senile Warzen ...

... treten meist erst ab etwa dem 50. Lebensjahr auf und bilden sich häufig aus Altersflecken. Ihre genaue Ursache ist unbekannt, aber ein Zusammenhang mit UV-Licht gilt als wahrscheinlich. Die hell- bis dunkelbraunen Flecken können jucken, sehr selten kann sich Krebs daraus entwickeln.

Dellwarzen, Mollusken, Wasserwarzen ...

... sehen aus wie Knötchen auf der Haut. Verantwortlich sind Molluscum-contagiosum-Viren, eine Art Pockenviren. Die Mollusken sind meist glatt und glänzend und haben eine Delle in der Mitte. Drückt man auf die Knötchen, tritt eine milchige Masse aus. Vor allem Kinder und Jugendliche bekommen sie, am ganzen Körper und oft mehrere oder gar viele. Meist bilden sie sich selbst zurück, dennoch sollte man den Hautarzt befragen.

Die meisten Warzen sind ungefährlich, aber ...

... oft lästig und vor allem an den Fußsohlen schmerzhaft. Gefährlich ist zudem, dass Warzen auch mit Hautkrebs verwechselt werden können. Hautveränderungen sollte man also unbedingt beim Hautarzt überprüfen lassen. Er empfiehlt dann gegebenenfalls eine Behandlung und bespricht das mit dem Betroffenen. Denn viele Warzen bilden sich von selbst wieder zurück, sobald das Immunsystem den Entzündungsherd ausreichend bekämpfen kann.

Vereinbaren Sie telefonisch (Kontakt) oder online (Buchung) einen Termin bei unserem Hautarztteam.

Behandlung von Warzen

Grundsätzlich gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten:

  • Verätzung mit Strom oder bestimmten Säuren, die mittels Pflaster oder Tinktur aufgetragen werden. Diese Behandlung dauert länger, weil das befallene Gewebe Schicht für Schicht von außen nach innen entfernt werden muss.
  • Kryotherapie: Vereisung mit flüssigem Stickstoff, dadurch stirbt das Gewebe ab. Die Warze fällt nach einiger Zeit selber ab.
  • Operation unter örtlicher Betäubung werden fast nur bei Dornwarzen durchgeführt. Es gibt verschiedene Methoden mit Laser, Elektrobehandlung oder scharfem Löffel.
  • Zytostatika werden meist nur bei Feigwarzen verwendet und verhindern die weitere Zellteilung.
  • Virostatika bekämpfen die HP-Virusinfektion.

Links zu umfangreichen Informationen

Apotheken-Umschau www.apotheken-umschau.de/haut/warzen
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Warze

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